Smaller Default Larger


Jeder Ju-Jutsuka muss sich an bestimmte Regeln bezüglich seines Verhaltens beim Training halten:

An die Etikette.

Von Vielen Sportlern wird die Etikette nicht ernst genommen.Jeder Ju-Jutsuka sollte jedoch stolz auf seine Etikette sein und sie dementsprechend auch pflegen, denn in ihr drückt sich "der Geist" unseres Sportes aus.

Die Japaner, in deren Land die Wurzeln der Budosportarten liegen, aus denen sich auch das Ju-Jutsu entwickelt hat, sind ein sehr höfliches, respektvolles und zurückhaltendes Volk.

Diese Tugenden sollten sich auch in unserer Etikette wieder finden lassen.

100 2355

  

Die Etikette wird nicht mit militärischem Drill gehandhabt, aber dennoch sollten gewisse Regeln eingehalten werden:

 

  • Wer den Trainingsraum betritt, verpflichtet sich dessen Ordnungen und die Regeln des Budo anzuerkennen. Dies wird durch eine leichte Verbeugung während man den Trainingsraum betritt bekundet.

 

  • Man betritt den Trainingsraum nicht mit Straßenschuhen und normaler Straßenkleidung, sondern mit Slippern (Dojo-Slipper, Mattenschuhene oder auch Badelatschen, Sandalen und Hausschuhen) und korrekter sauberer Trainingskleidung, sprich dem Ju-Jutsu-Gi (Ju-Jutsu-Anzug) und dem richtig gebunden Gürtel.

 

  •  Es sollte selbstverständlich sein, dass man saubere Hände und Fuße mit kurz geschnittenen Nägeln hat.
    Jeder Ju-Jutsuka muss außerdem vor dem Betreten der Matte zur eigenen Sicherheit und vor allem zur Sicherheit des Trainingspartners sämtlichen Schmuck (Ketten, Armbänder, Uhren, Ringe, Piercings, ...) ablegen.

 

  • Der Trainingsraum sollte ein Ort der Ruhe, Ordnung, Zurückhaltung und Kultiviertheit sein. Dementsprechend sollte sich auch Jeder gegenüber Jedem verhalten. 

 

  •  Bevor man die Matte betritt verbeugt man sich noch einmal wie schon zuvor beim Betreten des Trainingsraums leicht im Stand und bekundet damit dass man sich dem Geist und den Regeln des Ju-Jutsu unterordnet.

 

  •  Wenn der "Sensei" (Lehrer) die Matte betritt, stellen sich alle Trainingsteilnehmer nach Gürtelfarben / Kyu- und Dan-Graden geordnet am Mattenrand auf, wobei sich die Kyu-Grade (Schüler) dem Meister gegenüber aufstellen und die Dan-Grade (Meister) an der von den Kyu-Graden aus gesehenen rechten Flanke.

 

Sobald der Lehrer sich hinkniet, knieen sich die Schüler ebenfalls hin und setzen sich in den "Fersensitz".

Sobald Ruhe eingekehrt ist, sagt der Ranghöchste "Mokuso" (gesprochen "Muksu"), woraufhin alle die Augen schließen, ruhig sitzen bleiben und sich geistig auf das Training einstellen.

Auf das Kommando "Yame, rei" (gesprochen "Jamee re-i") von dem Lehrer, legen alle die Hände vor die Knie und verbeugen sich tief wobei der Boden mit dem Kopf oder der Stirn nicht berührt werden sollte.

Wenn der Lehrer sich dann erhebt, erheben sich auch alle anderen.

 

  • Während des gesamten Trainings macht jeder intensiv und nach bestem Selbstkönnen mit und befolgt die Anweisungen des Trainers.
  • Wenn man mit einem Partner trainiert, grüßt man ihn durch eine leichte Verbeugung an und auch wieder ab.
  • Das Training sollte keine "Kaffeklatsch-Stunde" sein, bei der man die vom Trainer geforderten Übungen nicht oder nur einige wenige Male macht.
  • Mit Trainingswaffen ist wie mit echten Waffen umzugehen und dementsprechend sollten die Trainingswaffen auch "vorsichtig" übergeben werden.
  • Am Ende des Trainings stellen sich alle Trainingsteilnehmer wie schon zum Angrüßen auf und es findet die gleiche Prozedur wie beim Angrüßen statt, bei der man jedoch im Geiste das vergangene Training noch einmal resümiert.